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Geschichte der Farbtypen-Lehre

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    Farbkreis nach Johannes Itten

    Von Demokrit (ca. 460 -370 v.Chr.) bis ins 20. Jahrhundert beschäftigten sich zahlreiche Philosophen, Maler, Universalgelehrte und Wissenschaftler aller Art mit dem Phänomen „Farbe“ auf unterschiedlichste Art. Je nach Tätigkeitsfeld lag ihr Schwerpunkt bei der Entstehung, Wahrnehmung, Ein- und Zuordnung, Verarbeitung oder Wirkung von Farben. Sie alle haben die Entwicklung der Farblehre aus unterschiedlicher Sicht beeinflusst. Auf Grundlage der Farblehre (= Lehre von Systemen zur Ordnung von Farben) entwickelte sich im 20. Jahrhundert die Farbtypenlehre.

    Johannes Itten

    Pionier der Farbtyplehre war Johanns Itten (1888-1967). Der Schweizer Maler, Kunsttheoretiker und -pädagoge fand bei seiner Lehrtätigkeit und der Arbeit mit seinen Studenten heraus, dass diese beim Malen bevorzugt Farben verwenden, die am besten zu ihrem Erscheinungsbild passen.

    Im Unterricht für Harmonielehre lehnten seine fortgeschrittenen Schüler seine vorgegebenen Farbharmonien ab. Daraufhin ließ er sie selbst welche zu Papier bringen und verließ so lange den Raum. Als er wieder in die Klasse kam, hatten die Schüler ihre Ergebnisse auf den Boden gelegt. Zu Ittens Überraschung konnte er jedes Blatt sofort dem jeweiligen Kunststudenten zuordnen, denn die gemalten Farbharmonien stimmten mit dem äußeren Erscheinungsbild der Studenten überein.
    In Ittens Buch „Kunst der Farbe“ sind die Farbharmonien und Fotos der Studenten erhalten geblieben.

    Durch weitere Experimente stellte er fest, dass manche Menschen nur einen geringen Farbumfang haben, andere einen sehr großen, sowie dass es alle denkbaren Zwischenstufen gibt. Ebenso beschäftigte er sich mit der Wirkung von Farben und untersuchte kontrastierende Farben. Daraus ergaben sich seine „Sieben Farbkontraste“. Jeder dieser Kontraste besitzt eine eigene, einmalige Wirkung die wir später genauer anschauen.
    Auf Grundlage all dieser Erkenntnisse entwickelte Johannes Itten eine Farbtyplehre, bei der sich alle Menschen einem von 4 Farbtypen zuordnen lassen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Frühling und Herbst sind dabei warme Typen, Sommer und Winter kühle. An der Fashion Academy in Kalifornien wurden Ittens erstaunliche Erkenntnisse Anfang der 60. Jahre des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.