Hydrolate – Pflanzenwasser

Hydrolate werden in der Aromatherapie oft vernachlässigt. Zu unrecht, denn sie sind sehr sanft aber dennoch wirksam. Das Wirkungsspektrum der Hydrolate (Pflanzenwässer) orientiert sich an dem der ätherischen Öle. Hydrolat entsteht durch Destillation von Pflanzenmaterial oder bei der Destillation von ätherischen Ölen als Nebenprodukt. Das Pflanzenwasser enthält Spuren des ätherischen Öls, sowie wasserlösliche Stoffe der jeweiligen Pflanze.

Hydrolate eignen sich wunderbar zur Gesichts- und Körperpflege. Man kann sie aber auch im Haushalt und in der Küche sehr gut verwenden.

Wichtiges beim Kauf von Hydrolaten

Möchtest du ein Hydrolat kaufen solltest du ein paar Punkte beachten:

  • Pflanzenwässer können schnell verkeimen. Viele Hersteller setzen ihnen darum Konservierungsstoffe oder Alkohol zu. Achte beim Kauf auf die Inhaltsstoffe, falls du eine Unverträglichkeit gegen Konservierungsstoffe oder trockene Haut hast (kein Alkohol). Auch für empfindliche Baby-Haut ist Alkohol als Zusatz weniger geeignet. Willst du das Hydrolat zur Zubereitung von Speisen verwenden sollte es auf keinen Fall Konservierungsstoffe oder zum Verzehr ungeeigneten Alkohol enthalten.
  • Qualität: Kaufst du z.B. Rosenwasser achte darauf dass es sich auch um ein Destillat ausschließlich aus Rosen handelt und nicht um ein Gemisch mit anderen Pflanzen. “Unechte” Hydrolate sind Apothekenzubereitungen – Gemische aus destilliertem Wasser und ätherischen Ölen.
  • Pflanzenwasser als Nebenprodukt der Destillation von ätherischen Ölen soll weniger heilkräftig sein als jenes aus der gezielten Hydrolat-Destillation. Bei der Destillation von ätherischen Ölen wird das ätherische Öl dem Pflanzenwasser entnommen, bei der Hydrolat-Destillation verbleiben alle Destillationsprodukte im Hydrolat.

Hydrolate selbst herstellen

Hast du viele Pflanzen in deinem Garten und willst sichergehen dass keine Zusatzstoffe in deinem Hydrolat enthalten sind? Dann versuche doch einmal Hydrolat selbst herzustellen. Es ist ganz einfach und macht Spaß.

Mit folgender Anleitung kann aus jeder beliebigen Pflanze Hydrolat hergestellt werden. Nimm z.B. Duftrosen, Lavendel, Salbei, Pfefferminz, Melisse, Rosmarien,…
Du benötigst:

  • 1 mittelgroßer bis großer Topf mit Dämpfeinsatz und passendem Deckel,
  • 2-5 Handvoll Blüten oder Pflanzen (frisch geerntet),
  • eine Tasse oder kleine Schüssel,
  • ca. 250 ml Wasser (je nach Topfgröße bis zu 500 ml),
  • Eis (in einem Behältnis das sich der Innenseite des Topfdeckels anpasst) oder Kühlakkus aus der Gefriertruhe.

Anleitung:

  1. Kräuter/Pflanzen vorbereiten. Nicht waschen sondern nach dem ernten 10-20 Minuten im Schatten auf einem Tuch oder in einem großen Korb liegen lassen, damit eventuell vorhandene Insekten rauskrabbeln können. Dann eventuell zerkleinern und verlesen. (Foto 1)
  2. Dämpfeinsatz in den Topf einsetzen
  3. Wasser hinzufügen
  4. Tasse oder kleine Schüssel in die Mitte des Dämpfeinsatzes stellen
  5. Kräuter/Pflanzen auf den Dämpfeinsatz geben (Foto 2)
  6. Deckel verkehrt herum aufsetzen
  7. Ein wenig Wasser in den Deckel geben
  8. Eis (verpackt) oder Kühlakkus auf den Deckel legen (Foto 3)
  9. 30-45 Minuten köcheln lassen (aufpassen dass das Wasser nicht ganz verdampft)
Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Das Hydrolat kondensiert während des Kochens am Deckel und läuft zur Mitte. Von da tropft es in die Tasse oder Schüssel (Foto 4). Anmerkung: Ich habe mich nach dem knipsen des 2. Fotos doch dazu entschlossen eine Schüssel zu nehmen 😉

  • Tipps zur Herstellung:
  • Pflanzenmaterial zerkleinern – so ist die Ausbeute größer
  • Hydrolate „reifen“ lassen und erst nach 4-6 Wochen verwenden

Bitte beachten: Achte bei der Herstellung von Hydrolaten auf absolute Sauberkeit der Utensilien. Am besten alles, inkl. Abfüllbehältnisse mit Alkohol desinfizieren oder sterilisieren. Selbst hergestellte Hydrolate enthalten weder Alkohol noch Konservierungsstoffe und sind darum nur begrenzt haltbar. Wird auf absolute Sauberkeit geachtet (auch Sprühköpfe desinfizieren) sind selbst hergestellte Hydrolate ca. 1 Jahr haltbar wenn sie kühl und dunkel gelagert werden. Riecht dein Hydrolat muffig oder siehst du weißliche Schlieren oder Wolken darin, ist es schlecht geworden und du musst es entsorgen.

Will man öfters Hydrolate destillieren lohnt sich bestimmt die Anschaffung einer Destille zur Herstellung von Hydrolaten und ätherischen Ölen. Mit diesen erhält man ein qualitativ hochwertigeres Hydrolat als mit der Topf-Methode.

Anwendung von Hydrolaten

Meinen Blog-Post über die Anwendung von Hydrolaten findest du hier

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