Angeschmiert? Was eine gute, wirkungsvolle Creme auszeichnet!

Naturkosmetik Behandlungen

Immer wieder stelle ich bei meinen Kundinnen und Kunden fest, dass es noch viel über die Wirkungsweise und den Nutzen von Cremes und Körperlotions zu erfahren gibt. Es hört nicht bei “bio” und “natürlich” auf, das ist gerade das Spannende daran.

“Naturkosmetik ist halt natürlich”

Das ist richtig und sehr sehr wichtig, aber dass gerade diese natürlichen Inhaltsstoffe auch für eine ganz andere Wirkungsweise verantwortlich sind, wissen die wenigsten. Diesen Unterschied möchte ich in diesem Beitrag näher erklären. Dabei geht es vor allem um die Hauptinhaltsstoffe, die in der Liste der Inhaltsstoffe (INCI) gleich nach dem Wasser (Aqua) kommen. Ohne gute Basis bringen nämlich selbst ausgezeichnete Wirkstoffe, die zusätzlich in der Creme enthalten sind, nichts.

Konventionelle Creme-Basen

Je nach Konsistenz und Zweck (“feuchtigkeitsspendend” oder “nährend”) setzten Hersteller konventioneller Cremes auf drei Hauptinhaltsstoffe: Mineralöle und -fette, Silikonverbindungen und Glycerin. Dies könnt ihr sehr gut der Liste der Inhaltsstoffe der bekannten großen Marken (z.B. O..z oder die Marke mit der runden blauen Dose) entnehmen. Schauen wir uns also an wie diese Hauptinhaltsstoffe wirken:

Mineralfette und -öle (Mineral Oil, Vaseline, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin)

Mineralöle und -fette sind besonders leicht zu verarbeiten, endlos haltbar und kostengünstig. Als körperfremder Stoff lösen sie kaum Allergien aus, darum werden sie von der Haut auch nicht aufgenommen, sondern lagern sich nur an sie an und bilden einen undurchlässigen Film auf der Hautoberfläche. Dadurch schützen sie vor äußeren Einflüssen (wie z.B. Kälte), stoppen aber gleichzeitig die Wasserverdunstung. Durch diesen Stop staut sich das Wasser in der Haut, die Hornzellen quellen auf und lassen kleine Knitterfältchen scheinbar verschwinden, die Haut fühlt sich weich an.

Unter diesem weichen Hautgefühl bleibt die Haut jedoch in einem unveränderten und unversorgten Zustand, sie wird weder genährt noch können Wirkstoffe eindringen, da die filmbildenden Mineralöle diese nicht in die Haut transportieren können. Die Falten werden nur kurzzeitig geglättet und durch die Abdichtung können sich die Regenerationsprozesse sogar verlangsamen, da der Haut durch das gestaute Wasser suggeriert wird, die Produktion von wasserbindenden Stoffen sei nicht notwendig.

Fazit Mineralöle: Cremes die auf Mineralölen und/oder -fetten basieren, haben, außer einem vorübergehend guten Gefühl, keine verbessernde Wirkung auf unsere Haut.

Was zeichnet einen gute Creme aus?
Silikone (Dimethicone, Methicone, Polysiloxane, Cyclomethicone)

Silikonverbindungen weisen ähnliche Eigenschaften wie Mineralöle und -fette auf. Auch sie werden nicht ranzig und rufen keinerlei Hautreizungen hervor. Sie sind geruchlos und bilden einen wasserabweisenden Film ohne die Wasserdampfabgabe der Haut zu verhindern. Die Haut fühlt sich samtig an. Silikone sind optische Weichzeichner und Faltenfiller. Wie die Mineralöle und -fette können sie die Haut jedoch nicht nähren oder Wirkstoffe einschleusen. Ein Anti-Aging-Effekt der sozusagen abwaschbar ist.

Silikone sind synthetischen Ursprungs und in der Umwelt nur schwer abbaubar.

Was zeichnet einen gute Creme aus?
So wirken Silikone auf der Haut

Fazit Silikone: Cremes die auf Silikonen basieren können die Haut zwar glatter und samtiger aussehen lassen. Sie nachhaltig verbessern, oder den natürlichen Erneuerungsprozess
unterstützen, können sie jedoch nicht.

Glycerin (E422)

Glycerin kommt auch natürlicherweise in unserem Körper vor. Es wirkt hautbefeuchtend in dem es Wasser aus der Basalschicht der Haut in die Hornschicht zieht und dort hält. Es schützt die Hautbarriere und fördert die Hautelastizität, darum ist es ein ausgezeichneter Inhaltsstoff für Feuchtigkeitscremes.

Kritiker bemängeln das Glycerin hygroskopisch ist, d.h. es zieht Wasser an und bindet es an sich. Darum kann sich der Effekt bei einem zu hohen Anteil von Glycerin im Produkt und/oder bei geringer Luftfeuchtigkeit umkehren und die Haut trocknet aus. Langfristig kann dadurch die Hautalterung beschleunigt werden. Genaue Angaben über einen zu hohen Anteil an Glycerin kann ich leider nicht machen, denn da scheiden sich die Geister. Manche sprechen von höchstens 10% Glycerinanteil im Gesamtprodukt, andere von bis zu 30%. Eine ausgewogene Gesamtkomposition der Inhaltsstoffe mit weiteren feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen, Wasser und pflegenden, pflanzlichen Ölen spielt ebensfalls eine große Rolle bei der Wirkung des Glycerins.

Fazit Glycerin: Glycerin ist ein sehr guter Inhaltsstoff um die Haut feucht zu halten. Um ein Umkehren dieses Effektes zu vermeiden sollte die Konzentration jedoch nicht zu hoch sein. Um sicher zu gehen die Liste der Inhaltsstoffe überprüfen: Glycerin sollte nicht an erster, zweiter oder dritter Stelle aufgeführt sein.

Was zeichnet einen gute Creme aus?
So wirkt Glycerin auf der Haut

Natürliche Creme-Basen

Hersteller von Naturkosmetik-Cremes setzen je nach Zweck und Hauttyp der Produkte auf pflanzliche Öle und Buttern, Neutralöl und Glycerin.

Glycerin

Für Glycerin in Naturkosmetik-Cremes gilt natürlich das selbe wie oben. In zertifizierter Naturkosmetik darf nur Glycerin aus pflanzlichen Rohstoffen eingesetzt werden.

Neutralöl (Caprylic/Capric Triglyceride, Capryloyl Glycine)

Neutralöl ist eine Mischung mittelkettiger Fettsäuren. Es ist pflanzlichen Ursprungs, sehr gut verträglich, reizfrei, leicht aufzutragen, zieht rasch ein und hinterlässt ein feines Hautgefühl ohne Fettglanz. Dabei versorgt es die Haut nachhaltig mit wertvollen Fetten und ist nicht komedogen (löst keine Unreinheiten aus). Es dringt nur gering in die Hornschicht ein, hindert Wirkstoffe aber nicht daran tiefer einzudringen.

Was zeichnet einen gute Creme aus?
So wirkt Neutralöl auf der Haut

Fazit Neutralöl: Neutralöl ist die perfekte Basis für Cremes, mit denen gezielt Wirkstoffe der Haut zugeführt werden sollen. Es ist reizfrei, pflegt nachhaltig und hinterlässt ein samtiges Gefühl ohne Fettglanz.

Pflanzliche Öle, Wachse und Buttern

Pflanzliche Öle und Buttern gibt es in reicher Vielzahl. Da jedes Öl oder jede Butter verschiedene Zusammensetzungen von unterschiedlichen Fettsäuren und Fettbegleitstoffen aufweist, wirkt jedes Öl anders auf die Haut und dringt unterschiedlich tief ein. Nicht jedes ist als Basisöl geeignet. Eines aber haben alle pflanzlichen Öle, Wachse und Buttern gemeinsam: Sie sind den hauteigenen Fetten sehr ähnlich und werden darum von der Haut aufgenommen und in den Hautstoffwechsel integriert. Dadurch stabilisieren sie die Barrierefunktion der Haut, minimieren den Wasserverlust nach außen, unterstützen Regenerationsprozesse und halten die Haut elastisch.

Nicht nur in der Zusammensetzung unterscheiden sich die pflanzlichen Öle, Wachse und Buttern, sondern auch in Konsistenz, Farbe, Geruch und Auftragungsfähigkeit. Dies erschwert teilweise die Marktakzeptanz der fertigen Cremes.

Fazit pflanzliche Öle, Wachse und Buttern: Sie nähren die Haut wunderbar und unterstützen sie in ihren Funktionen. Dabei schleusen sie Wirkstoffe zuverlässig ein. Eine sinnvolle Komposition der Gesamtrezeptur der Creme ist dabei sehr wichtig.

So wirken pflanzliche Öle auf der Haut
So wirken pflanzliche Öle auf der Haut

Zusammenfassung:

Um die Haut wirkungsvoll zu pflegen, sie zu nähren, Wirkstoffe möglichst tief einzuschleusen und die Haut in ihrem Regenerationsprozess zu unterstützen, wählt man am besten eine Creme auf Basis pflanzlicher Öle oder Neutralöl. Bei der Wahl der Creme kommt es auf den Hauttyp an und darauf, welche Wirkstoffe die Creme enthält. Ich berate dich gerne!

Mehr über zertifizierte Naturkosmetik erfährst Du hier.

×
Product added to cart

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.